Evangelische Kirche Riedersbach

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Evangelische Kirche

Als im Jahr 1944 der Strom der Heimatvertriebenen aus den Südoststaaten Europas Österreich überflutete, kamen viele von ihnen in die Gegend von Wildshut und Umgebung. Zu dieser Zeit entstand das Kohlenbergwerk Trimmelkam, wo die Heimatvertriebenen Arbeit, Verdienst und Wohnung bekamen. Weil ihnen ihre alte Volkskirche so viel bedeutete, die in der Heimat die gesamte Volksgemeinschaft umschloss, haben die evangelischen Christen sich auch hier zu einer Gemeinde zusammengefunden. 

Sie bekannten sich auch hier, in stark katholischer Umgebung, offen zur evangelischen Kirche und wünschten auch hier betreut zu werden, wie es daheim üblich war. Dies geschah in den ersten Jahren durch Herrn Pfarrer Johann Barth und später durch Herrn Pfarrer Herwig Karzel. Die Gottesdienste wurden in Baracken und Gasthäusern abgehalten. Nach dem Bau der katholischen Kirche in Riedersbach konnten dann dank des Entgegenkommens des damaligen Pfarrers Kammerer in dieser Kirche auch die Gottesdienste der evangelischen Predigtstation gehalten werden. Doch bald entstand unter der evangelischen Bevölkerung der Wunsch nach einer eigenen Kirche. 

Um der Verwirklichung dieses Zieles näher zu kommen, wurde ein Bauausschuss gebildet, der sich bei den Kirchenbehörden Informationen über Voraussetzungen und Möglichkeiten eines Kirchenbaues holte. Die Gemeinde St. Pantaleon unter ihrem Bürgermeister Josef Üblacker stiftete den Baugrund und eine Geldspende. Herr Architekt Siegfried Hubich von der SAKOG Trimmelkam und Baureferent der Gemeinde St. Pantaleon, entwarf kostenlos das Projekt und übernahm die Bauaufsicht. Bald fanden sich auch freiwillige Helfer, die die Erdarbeiten leisteten, sodass am 13. Mai 1962 der Grundstein gelegt werden konnte. Landesrat Plasser erwirkte bei der Landesregierung eine Subvention für Kunstförderung, der Bautrupp der SAKOG arbeitete 14 Tage lang unentgeltlich an der Erstellung des Rohbaues. Eine Spende der Baufirma Stern & Hafferl, Gmunden, der WOGESA-Wohnungsbaugesellschaft, der SAKOG, der Firma Klein, Linz, und Ihre Durchlaucht Gräfin Castell zu Castell halfen mit. Die Gemeindemitglieder fanden sich bereit, große Opfer auf sich zu nehmen. Die katholische Bevölkerung, vor allem unter den Werksangehörigen, ist der Bitte um eine Spende in christlicher Nächstenliebe entgegengekommen, um die finanzielle Last der kleinen evangelischen Gemeinde zu erleichtern. Von kirchlicher Seite hat Herr Superintendent Brune vom Gustav-Adolf-Werk Westfalen nicht nur von Anfang an stets Mut zum Unternehmen gemacht, sondern auch durch Spenden das Vorhaben unterstützt. Der Kirchenvorstand in Wien, das Gustav-Adolf-Werk Bayern und das Gustav-Adolf-Werk Österreich, Herr Pfarrer Kamieth, Westfalen, und die Pfarrgemeinde Braunau brachten Geldmittel auf. Burghausen schenkte die reich geschnitzte Kanzel und die Kirchenbänke, die ehemaligen Herren Vikare aus Mauerkirchen bzw. Württemberg spendeten die Altarfenster. Von der Pfarrgemeinde Rosenau am Attersee bekam die Gemeinde die Glocke, die einst im Khevenhüller Schlösschen in Kammer hing. 

Ein Jahr nach der Grundsteinlegung stand die Kirche zur Einweihung bereit. Unsere Auferstehungskirche steht seit 1963 in ihrem schmucken Kleid und ist schon weit von der Straße aus zu sehen. Neben dem Bergmannsheim am Rande der schönen Siedlung fügt sie sich reizvoll in die Landschaft ein. Seit der Vollendung der Kirche werden viele Menschen angelockt, um einen Blick in das Innere der Kirche zu werfen. So soll diese Kirche ewige Güter den Menschen vermitteln und sie durch Gottes Wort und die heiligen Sakramente im Glauben festigen.

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